Saiten-Info

Die Mutter aller Saiten ist die Naturdarmsaite. Sie wird in einem aufwendigen Verfahren aus vielen dünnen Darmstücken von Kühen zusammengeflochten. Sie hat eine bis heute unerreichte Elastizität, beschleunigt den Ball am besten von allen Saitentypen und schont den Arm und die Gelenke des Spielers. Leider ist der Verschleiß der Naturdarmsaite hoch, insbesondere setzt ihr die Reibung, die ihr beim Topspinschlag zugeführt wird, zu. Die Saite franzt auf und zerfällt in seine Einzelfäden. Sie ist auch Temperatur- und Feuchtigkeitsempfindlich. Sie verrutscht gern und bleibt  auf dem Schläger krumm, wenn sie nicht öfters gerichtet wird. Gute Darmsaiten kosten etwa 40,– Euro. In der Gruppe der Kunstsaiten unterscheidet man vereinfacht unter monofilen und multifilen Saiten.

Multifile Saiten sind im Aufbau der Naturdarmsaite ähnlich, die vielen Kunstfasern werden thermisch zusammengefügt. Gute Multifilamentsaiten kommen den Spieleigenschaften der Naturdarmsaite schon ganz nah und sind etwas weniger empfindlich. Sie verrutschen aber auf dem Schläger und sind in der Anschaffung teuerer als monofile Saiten. Marktführer in diese Kategorie ist  Tecnifibre – die Firma bietet neulich sogar eine Multifilamentsaite mit Ummantelung an (HDX Tour), die das Verrutschen verhindern soll.

Monofile Saiten haben eine homogene Struktur, bestehen also nicht aus Fasern, wie die multifilen Saiten. Vereinfacht teilen wir die monofilen Saiten in die Gruppe der Polyesther- und die Gruppe der Nylon-Saiten auf. Den Markt beherrschen heute überwiegend Polyesthersaiten. In Mode gebracht hat sie Gustavo Kuerten, der 1997 mit der Saite “Luxilon Big Banger” die French Open gewann. Der große Vorteil der Polyesthersaiten liegt in der Haltbarkeit, die insbesondere beim intensiven Topspinspiel bei Profis und Vielspielern eine wichtige Rolle spielt. Sie halten allerdings die Spannung nicht allzu lange, sie reissen zwar schwer, “sterben” aber auf dem Schläger. Polyesthersaiten sind extrem hart, nicht elastisch, verrutschen am Schläger kaum, halten aber am längsten. Armschonung spielt bei diesen Saiten keine Rolle! Um die Polyesthersaiten etwas “armfreundlicher” zu gestalten, gibt es heute von fast allen Anbietern “Soft”-Versionen. Diese sind etwas weicher gestaltet, sie bleiben jedoch in den Grundzügen Polyesthersaiten!

Monofile Nylonsaiten haben einst die Naturdarmsaiten vom Markt gedrängt, verschwanden dann für lange Jahre in der Vergessenheit. Heute sind sie wieder im Kommen, denn diese Saiten sind günstig in der Anschaffung, armschonend, elastisch und dadurch sehr angenehm zu spielen.  An die hervorragenden Eigenschaften der echten Multifilamensaiten kommen Nylonsaiten jedoch nicht heran! Als Nachteil bleibt auch die Tatsache, dass sie leicht verrutschen und nicht zurückfedern, wie die Polyesthersaiten.

Zum Schluss sollen noch die Hybrid-Saiten erwähnt werden. Man kombiniert eine Naturdarmsaite oder eine Multifilamentsaite mit einer Polyesthersaite. Es gibt zahlreiche Kombinationen, die Grundidee ist jedoch durch die längst eingezogene elasatische Saite den Speed zu erhöhen und durch die Quer eingezogene Polyesthersaite die Spin-Übertragung. Der große Nachteil: die härtere Saite sägt die weichere schnell durch – was bei den Top-Spielern der ATP-Tour (Roger Federer bevorzugt die Kombination längst Babolat VS Naturdarm, quer Luxilon Alu Power Polyesther)  keine Rolle spielt…